Historie
Historie des AK Zweiradcenter (Firma Alfred Kallich)
Am Anfang stand das Rad, das Fahrrad. Ende des 19. Jahrhundert betrieb Alfred Richard Kallich in der Albertstr.18 sein „Neustädter Fahradhaus“. Hier handelte der Mechanikermeister mit Nähmaschinen und Fahrrädern. Die Geschäfte gingen gut, so daß der rührige Inhaber einen Zweitladen eröffnete. Frau Berta Kallich hatte vorher das Haus Glacisstr.5 gekauft. Es ist noch heute Stammsitz
der Firma. Nach diversen Umbauten wurde aus der ehemaligen sächsischen Korkfabrik das neue Motorradhaus.
Ab 01.07.1929 begann hier der Motorradverkauf. Bis 1945 war man Generalvertretung der Marken „Ardie“ – Motorenwerke A.-G, der „Zündapp“ Ges. für Bau von Specialmaschinen m.b.H. Nürnberg, „Herkules“ Motoren AG und den Stoppa-Seitenwagen. Die Eröffnung des zweiten Geschäftes hatte nicht nur einen positiven unternehmerischen Effekt, sondern sicherte nach Kriegsende den Fortbestand des Familienbetriebes.
Nach der Bombardierung Dresdens lag das Fahrradhaus in der Albertstr. in Schutt und Asche. Das Haus in der Glacisstr. 5 hatte mit wenigen Blessuren überstanden. Sohn Rudolf Alfred Kallich, Fahrrad- und Motorradmechaniker Meister, konnte das Geschäft weiterführen. Dennoch sollten mehr als vier Jahrzehnte vergehen, ehe wieder funkelnagelneue Motorräder aus dem Laden rollen. Fortan hatte die Familie nur noch im Werkstattbetrieb ihre Existenzgrundlage. In den ersten Nachkriegsjahren setzte der erfahrene Meister die über den Krieg geretteten Motorräder wieder instand und reparierte die schweren „Molotows“ der russischen
„Freunde“. Bis zum Jahre 1955 war er auch noch „Zündapp“ Vertragshändler. Wenig später konnte auch noch das MZ Logo am Tor angebracht werden. Firma A.Kallich war Vertragspartner des bekannten Zschopauer Motorradherstellers geworden. Die begehrten Maschinen durften aber nur vom staatlichen oder genossenschaftlichen Handel verkauft werden. Den privaten Kfz-Handwerksbetrieben übertrug man Wartung und Instandsetzung.
Neben der fachgerechten Arbeit an Motorrädern, erwarb Rudolf Kallich seinen guten Ruf auch durch die Instandsetzung von MZ und Jawa Kurbelwellen. Besondere Herausforderung war die Herstellung und Instandsetzung
Kurbelwellen für Rennmaschine, Oltimer und Rennbote. Der Motorradbazillus hatte es auch dem dritten Kallich-Sproß, Hans Alfred Kallich angetan. Er trat in die Fußstapfen des Vaters, lernte von 1965 bis 1968 bei ihm und legte bei MZ-Hinkel in Dresden Leubnitz die Gesellenprüfung ab. 1973 stellte er sich erfolgreich der Meisterprüfung. Als er am 1. Juli 1974 Chef im Hause wurde, blieb auch er reiner Dienstleister für den Kundenkreis in der gesamten Republik. Das änderte sich erst nach 1990.
Hans Kallich lotete die Angebote von drei japanischen und einem Deutschen Motorradhersteller aus, entschied sich schließlich für „YAMAHA“ und bekam den Vertrag. Von 1992 bis 2006 standen als Zweitmarke auf der vergrößerten Verkaufsfläche die Motorräder der britische Marke „TRIUMPH“. Vater und Großvater würden staunen was für tolle
Motorräder in Reih´ und Glied im Verkaufsraum stehen und sich freuen, wie sich die ganze Familie engagiert hat. Da wäre zunächts Lebengefährtin Cornelia Hänsel. Sie verkaufte bis 2010 Zubehör für Motorräder einschließlich Bekleidung. Die Töchter Cathleen und Christina standen dem Vater im Stammhaus zur Seite. Apropos Stammhaus. dessen Fassade wurde im
Jahr 2000 aufwendig saniert und erhielt ihr urspüngliches Aussehen zurück.